Enddarmuntersuchung und Hämorrhoidenbehandlung

Nicht alles, was am Darmausgang Beschwerden macht (Schmerzen, Jucken, Nässen, Bren- nen, Bluten), sind Hämorrhoiden. Deshalb helfen "Hämorrhoidenzäpfchen" oft nicht dauer- haft. Durch eine genaue Untersuchung mit einer gezielten Therapie wird meist eine rasche Besserung erreicht.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind Gefäßpolster oberhalb des Schließmuskels, die eigentlich zur Abdich- tung des Darmausgangs mithelfen. Wenn diese erweitert sind, z.B. durch häufiges Pressen bei hartem Stuhlgang oder vermehrten Druck im Bauchraum durch Übergewicht und in der Schwangerschaft, können sie Beschwerden machen.

Woher kommt Jucken und Brennen?

Hämorrhoiden, die gereizt sind, können die Ursache sein. Oftmals finden sich aber auch Ekzeme, z.B. durch Allergien oder übertriebene Reinigungsaktionen der Afterregion. Pilze sind dagegen sehr selten die Ursache.

Und wenn es ganz plötzlich weh tut?

Die Ursache sind meist Schleimhauteinrisse oder kleine Gerinnsel in den äußeren Venen. Hier kann schnell Abhilfe geschaffen werden.

 

Wie läuft die Untersuchung ab?

In der Regel ist keine Vorbereitung erforderlich. Sollte ausnahmsweise Abführen erforder- lich sein, erhalten Sie von uns einen kleinen Einlauf, den Sie vor der Untersuchung zuhause selbst durchführen können.

Der Patient legt sich auf der Untersuchungsliege auf die linke Seite. Zunächst wird die Haut genau betrachtet, anschließend erfolgt eine Tastuntersuchung mit dem Finger, wie Sie es vielleicht von der Krebsvorsorgeuntersuchung schon kennen.

Das Untersuchungsgerät, das sogenannte Proktoskop bzw. Rektoskop ist nur wenig dicker als ein Finger und kann völlig schmerzlos eingeführt werden. Evtl. ist das Einblasen von etwas Luft erforderlich, damit sich der Darm entfaltet.

Durch das selbe Gerät kann dann auch gleich die Behandlung der Hämorrhoiden, falls erforderlich, durchgeführt werden. Diese ist ebenfalls weitgehend schmerzlos.

 

Wie erfolgt die Behandlung?

Es gibt zwei Behandlungsarten, die häufig kombiniert werden:

1. 

die Verödung

2. 

die Ligatur, d.h. Abbinden größerer Hämorrhoiden durch einen kleinen Gummiring. Wenn sich das abgebundene Gewebe abstößt (nach 7-14 Tagen), bemerken Sie evtl. etwas Blut beim Stuhl.

 

Wie oft wird behandelt?

Für einen dauerhaften Erfolg benötigt man je nach Ausprägung der Hämorrhoiden durch- schnittlich 3 Behandlungen im Abstand von ca. 4 Wochen.

 

Ihr Beitrag zur Behandlung

1. 

Stuhlregulierung: Sorgen Sie für weichen Stuhlgang! Trinken Sie 1,5-2l täglich, essen Sie ballaststoffreich, d.h. bevorzugen Sie Obst, Gemüse, Salat, Vollkornbrot,... Evtl. ist zusätzlich die Einnahme von Weizenkleie (2x2 EL in 1 Glas Wasser) erforderlich. Dazu immer genügend trinken!

2. 

Nicht pressen: Gewöhnen Sie sich das Pressen beim Stuhlgang konsequent ab! Voraussetzung ist ein nicht zu harter Stuhlgang.

3. 

Zuviel Reinigung schadet der empfindlichen Haut am Darmausgang. Höchstens 1x tgl. Seife, Verzicht auf feuchtes Toilettenpapier (Allergiegefahr durch Zusatzstoffe), evtl. Hautschutz durch Zinkpaste.

 

Notfälle

Bei starker, erstmaliger Blutung oder akuten Schmerzen bemühen wir uns, Sie zeitnah zu behandeln. Bitte haben Sie Verständnis, dass in diesem Fall unsere Mitarbeiterin am Telefon etwas ausführlichere Angaben von Ihnen erfragen muss.